Weniger ist mehr?

Manche Sonntage sind zum Entspannen da. Andere, um Dinge zu erledigen. Und dann gibt es noch die Sonntage auf Björkesö, an denen man gerade genug schafft, um es nicht als Aufschieberitis bezeichnen zu müssen – und es irgendwie schafft, Forstarbeit, Schreinerarbeiten, Zaunbau, Baustellenkontrolle und Geschäftsentwicklung unter einen Hut zu bringen. Alles natürlich in einem ganz entspannten Tempo.

Als Erstes: ein bisschen Waldpflege. Bäume mit bunten Bändern markieren, damit wir wissen, welche stehen bleiben sollen, wenn die nächste Runde der Waldpflege ansteht. Eichen, Ebereschen und Ahorne stehen auf der OK-Liste, während die Hasel diesmal leider nicht berücksichtigt wird. Die Herausforderung? Am besten lichtet man den Wald im Winter aus, wenn die Bäume keine Blätter tragen. Gute Arbeitsbedingungen also – weniger gut allerdings für einen Amateur, der die erwünschten von den weniger erwünschten Bäumen unterscheiden soll. Also lieber jetzt markieren, bevor später alles gleich kahl aussieht! Ganz traue ich meinen Kenntnissen der Baumarten aus dem Forstkurs nämlich noch nicht. Da ist ein bisschen Vorsorge sicher keine schlechte Idee.

Als Nächstes: ein bisschen Innenarchitektur. Den Dachboden ausmessen und Pläne für ein kleines Bücherregal zwischen Bett und Fenster skizzieren, ungefähr auf Höhe der Fensterbank. Nichts allzu Ambitioniertes, einfach ein bisschen maßgeschneiderter Stauraum. Maja beaufsichtigte natürlich die gesamte Aktion – mit großer Aufmerksamkeit, versteht sich. Qualitätskontrolle ist schließlich wichtig.

Vom Mikado aus Bäumen zum Mosaik aus Lebensräumen: Der Reisigzaun ist noch lange nicht fertig. Die Idee dahinter: Das rund einen Hektar große Gelände rund ums Haus soll zugänglich und begehbar werden, ohne dass man sich ständig einen Weg über die gefällten Bäume bahnen muss, die derzeit wie Mikado-Stäbchen herumliegen. Eine einfache Lösung, bei der das Material aus der Waldpflege gleich weiterverwendet wird. Schritt für Schritt verwandeln wir so ein bisher recht einheitliches und undurchdringliches Gestrüpp in ein Mosaik aus kleineren Bereichen und unterschiedlichen Lebensräumen, die durch Reisigzäune voneinander abgegrenzt sind. Eine vielfältigere Landschaft – und ein bisschen mehr Platz zum Entdecken. Wobei „Schritt für Schritt“ hier durchaus wörtlich zu nehmen ist.

… während andere echte Fortschritte machen. Ein kurzer Kontrollgang auf der Terrassenbaustelle. Fortschritt? Check! Es ist doch beruhigend zu sehen, dass tatsächlich etwas vorangeht, ohne selbst ein Werkzeug in die Hand nehmen zu müssen. Manchmal besteht der wichtigste Beitrag zu einem Bauprojekt einfach darin, vorbeizuschauen, sich umzusehen und anerkennend zu nicken. Das ist hier meine Kompetenz.

Und schließlich: Björkesös nächster großer Schritt? Ein Gespräch mit Kai, dem Geschäftsführer von Schweden-Ferienhaus24, über die Möglichkeit, Björkesö künftig auch über seine Plattform anzubieten. Mehr Sichtbarkeit, hoffentlich mehr Gäste und ein weiterer Schritt, unser kleines Fleckchen am See mit anderen zu teilen. Danke für deine Kontaktaufnahme, Kai! Bleibt dran – da kommt noch mehr!

Alles in allem also ein ganz gewöhnlicher Sonntag auf Björkesö. Nichts Spektakuläres: ein paar Bäume gerettet, ein Bücherregal geplant, ein Stück Zaun gebaut, die Terrasse kontrolliert und ein bisschen Geschäftliches erledigt.

Und sollte der Sonntag nicht eigentlich zum Ausruhen da sein?